 |
|
Medizin - Kolliken - Alternativen
|
 |
Bei allen hier aufgeführten Methoden muß zuerst herausgefunden werden, was dem Baby
wirklich hilft. Das kann auch schon mal ein paar Tage dauern. Man sollte sich nicht
entmutigen lassen und einfach weitertesten, auch wenn der Erfolg etwas auf sich warten
läßt.
Manchen Kindern kann eine aufrechte Sitzposition beim Trinken helfen, weniger
Luft zu schlucken und öfters aufzustoßen. Auch wenn Sie Ihr Kind stillen, können
Sie durch eine veränderte Stillposition Ihr Kind aufrecht füttern. Dies bedarf natürlich
ein paar Übung aber mit der Zeit hat man es raus.
Das Aufstoßen nach der Mahlzeit oder auch zwischendrin ist wichtig. Es braucht
bei manchen Kindern etwas Geduld, bis die Luft entweichen kann. Aber diese Pause kann
man wunderbar zum Schmusen oder auch Spielen nutzen. Wenn das Baby etwas älter ist und
sich gerade halten kann, gibt es noch einen einfach Trick. Das Baby wird auf das
Knie gesetzt - natürlich mit Festhalten - und das Knie wird nach oben und unten
gewippt.
Achten Sie bei der Flaschenzubereitung darauf, dass kein Schaum entsteht. Füttern Sie
die Schaumreste aus der Flasche nicht mit. Die Bläschen können im Magen-Darm-Trakt nicht
aufgespalten werden und hängen somit fest.
Manchmal kann das Schreien nach der Mahlzeit auch der Ausdruck von Hunger sein.
Gerade abends wollen Babys oftmals mehr trinken, um die Nacht über in Ruhe schlafen
zu können. Flaschengefütterte Kinder haben keine Beschränkung in der Trinkmenge.
Notfalls spucken Sie das „Zuviel“ nach der Mahlzeit wieder aus. Stillen Sie Ihr
Kind, denken Sie daran, dass abends natürlicherweise Ihre Milchmenge abnimmt.
Legen Sie Ihr Kind öfter an oder versuchen Sie noch eine kleine Flasche anzubieten.
Vermeiden Sie tagsüber eine Überstimulation Ihres Babys. Legen Sie bewusst ruhige
Tage ein, ohne Hektik, Lärm und große Veränderungen. Sie helfen so Ihrem Kind, damit
es abends besser zur Ruhe kommt und einschläft. Bitte bedenken Sie, daß auch
Besuche von Verwandten oder Bekannten nicht nur bei Ihnen Stress auslösen kann.
Mit einer Bauchmassage im Uhrzeigersinn und etwas Babyöl oder Windsalbe können Sie
helfen, die Blähungen zu lösen. Aber bitte immer darauf achten, daß im Uhrzeigersinn
massiert wird.
Als Tees eigenen sich hier Fencheltees oder Bauchwohl-Tees. Dieser wirkt
blähungstreibend und beruhigend auf Magen und Darm. Allerdings sind viele Kinder recht
abgeneigt gegenüber solchen Tees.
Babies mit Kolliken brauchen Wärme und Nähe. Ein Kirchkernkissen auf dem Bauch kann hier
Wunder wirken. Gleichzeitig sollte das Baby in eine schöne Schmusedecke eingepackt werden,
damit das Kissen nicht verrutschen kann und Baby sich richtig wohl fühlt.
Sanfte, leise Musik oder Vorsingen während und nach dem Füttern beruhigt. Das Baby kann
entspannen und schlummert einfacher ein. An die Musik wird sich Ihr Baby immer wieder
erinnern, so daß diese auch nach den ersten 3 Monaten bei Einschlafstörungen helfen kann.
Reagieren Sie immer auf das Schreien in diesen ersten Monaten. Sie verwöhnen Ihr
Kind nicht. Sie brauchen zwar nicht bei jeder Lautäußerung zu rennen. Aber wenn Ihr
Kind schreit, fordert es Ihre Hilfe oder Ihr Verständnis. Vielleicht geht es nur um
ein bisschen Schmusen. Kinder, auf deren Schreien reagiert wird, bekommen das
beruhigende Gefühl, dass immer jemand für sie da ist. Es gibt ihnen Stabilität
und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Sie müssen Ihr Kind nicht immer gleich hochnehmen,
manche brauchen nur Ihre Anwesenheit und nörgeln sich selber in den Schlaf. Wichtig ist,
daß Sie für das Baby da sind.
Manchmal hilft es, das Kind herumzutragen, vor allem wenn Sie es mit dem Bauch auf
Ihren Unterarm legen oder es hin und her wiegen. Aber lassen Sie sich nicht
entmutigen, denn bei vielen Kindern ist der Erfolg nur kurzzeitig oder stellt sich
gar nicht ein. Wird das Kind zu schwer, können Sie es auch in einen federnden
Hängekorb oder in den Kinderwagen legen und es in den Schlaf wiegen.
Kommt die Luft einfach nicht heraus, kann man mit dem Baby auch Fahrrad-Fahren. Das
Baby wird auf einer Decke auf den Rücken gelegt und abwechselt wird ein Bein an das
Baby sanft gedrückt und das andere ausgestreckt. Baby erhält dadurch eine Ablenkung
und durch die Beinbewegung wird die Luft regelrecht "herausgepresst".
Hausmittelchen aus Oma´s Zeiten sind ebenfalls hilfreich:
Geben Sie zu jeder Flasche einen Teelöffel Milchzucker hinzu. Das hilft dem Baby die
Blähungen loszuwerden und entspannt das Bäuchlein. Bei gestillten Kindern kann der
Milchzucker auch in Tee aufgelöst werden.
In einem Topf werden ca. 10 Tropfen Rizinusöl erhitzt. Sodann damit ein Stückchen Stoff -
am besten Flaneel oder reine Baumwolle - betreufeln und etwas abkühlen lassen. Dieser
Stofflappen wird dem Baby links unter oder neben dem Bauchnabel in die Windel klemmen.
Die Blähungen werden dadurch gelockert und der Darm entleert.
Tipps für gestillten Kindern?
Wenn Sie Ihr Kind stillen, achten Sie darauf, dass das Kind die Brustwarze ganz in den
Mund nimmt und in der richtigen Stillposition (Bauch an Bauch) liegt.
Einige Lebensmittel können vermehrt Blähungen bei Ihrem Baby hervorrufen. Sie müssen
selber herausfinden, auf welche Nahrungsmittel Ihr Kind mit Kolliken reagiert. Jedes
Kind ist anders. Generell kann man jedoch sagen, daß Kohlsorten und Zwiebeln sowie
Knoblauch Kolliken-fördernd sind.
Schreit Ihr Kind jedoch unaufhörlich, obwohl es gefüttert, trocken und gesund ist,
ist es völlig in Ordnung wenn Sie es dem Vater oder einer Freundin überlassen oder
wenn Sie es auch einmal schreien lassen. Sie müssen auch an sich selber denken und
Ihre Nerven schonen. Dann sind sie wieder ruhiger und geduldiger mit Ihrem Kind.
Aber in jedem Fall gilt: Schütteln Sie Ihr Kind niemals, damit „es wieder zu sich
kommt“ und zu schreien aufhört. Sie können schwere Gehirnblutungen verursachen. Es ist
keine Schande, wenn man andere um kurzfristige Hilfe bittet. Denken Sie immer daran,
es wird Ihrem Kind nicht helfen, wenn Sie auf Schreien gestresst reagieren.
|
|