Mo, 21.05.2012 19:34 Uhr
Medizin - Kolliken - Alternativen
Bei allen hier aufgeführten Methoden muß zuerst herausgefunden werden, was dem Baby wirklich hilft. Das kann auch schon mal ein paar Tage dauern. Man sollte sich nicht entmutigen lassen und einfach weitertesten, auch wenn der Erfolg etwas auf sich warten läßt.

Manchen Kindern kann eine aufrechte Sitzposition beim Trinken helfen, weniger Luft zu schlucken und öfters aufzustoßen. Auch wenn Sie Ihr Kind stillen, können Sie durch eine veränderte Stillposition Ihr Kind aufrecht füttern. Dies bedarf natürlich ein paar Übung aber mit der Zeit hat man es raus.

Das Aufstoßen nach der Mahlzeit oder auch zwischendrin ist wichtig. Es braucht bei manchen Kindern etwas Geduld, bis die Luft entweichen kann. Aber diese Pause kann man wunderbar zum Schmusen oder auch Spielen nutzen. Wenn das Baby etwas älter ist und sich gerade halten kann, gibt es noch einen einfach Trick. Das Baby wird auf das Knie gesetzt - natürlich mit Festhalten - und das Knie wird nach oben und unten gewippt.

Achten Sie bei der Flaschenzubereitung darauf, dass kein Schaum entsteht. Füttern Sie die Schaumreste aus der Flasche nicht mit. Die Bläschen können im Magen-Darm-Trakt nicht aufgespalten werden und hängen somit fest.

Manchmal kann das Schreien nach der Mahlzeit auch der Ausdruck von Hunger sein. Gerade abends wollen Babys oftmals mehr trinken, um die Nacht über in Ruhe schlafen zu können. Flaschengefütterte Kinder haben keine Beschränkung in der Trinkmenge. Notfalls spucken Sie das „Zuviel“ nach der Mahlzeit wieder aus. Stillen Sie Ihr Kind, denken Sie daran, dass abends natürlicherweise Ihre Milchmenge abnimmt. Legen Sie Ihr Kind öfter an oder versuchen Sie noch eine kleine Flasche anzubieten.

Vermeiden Sie tagsüber eine Überstimulation Ihres Babys. Legen Sie bewusst ruhige Tage ein, ohne Hektik, Lärm und große Veränderungen. Sie helfen so Ihrem Kind, damit es abends besser zur Ruhe kommt und einschläft. Bitte bedenken Sie, daß auch Besuche von Verwandten oder Bekannten nicht nur bei Ihnen Stress auslösen kann.

Mit einer Bauchmassage im Uhrzeigersinn und etwas Babyöl oder Windsalbe können Sie helfen, die Blähungen zu lösen. Aber bitte immer darauf achten, daß im Uhrzeigersinn massiert wird.

Als Tees eigenen sich hier Fencheltees oder Bauchwohl-Tees. Dieser wirkt blähungstreibend und beruhigend auf Magen und Darm. Allerdings sind viele Kinder recht abgeneigt gegenüber solchen Tees.

Babies mit Kolliken brauchen Wärme und Nähe. Ein Kirchkernkissen auf dem Bauch kann hier Wunder wirken. Gleichzeitig sollte das Baby in eine schöne Schmusedecke eingepackt werden, damit das Kissen nicht verrutschen kann und Baby sich richtig wohl fühlt.

Sanfte, leise Musik oder Vorsingen während und nach dem Füttern beruhigt. Das Baby kann entspannen und schlummert einfacher ein. An die Musik wird sich Ihr Baby immer wieder erinnern, so daß diese auch nach den ersten 3 Monaten bei Einschlafstörungen helfen kann.

Reagieren Sie immer auf das Schreien in diesen ersten Monaten. Sie verwöhnen Ihr Kind nicht. Sie brauchen zwar nicht bei jeder Lautäußerung zu rennen. Aber wenn Ihr Kind schreit, fordert es Ihre Hilfe oder Ihr Verständnis. Vielleicht geht es nur um ein bisschen Schmusen. Kinder, auf deren Schreien reagiert wird, bekommen das beruhigende Gefühl, dass immer jemand für sie da ist. Es gibt ihnen Stabilität und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Sie müssen Ihr Kind nicht immer gleich hochnehmen, manche brauchen nur Ihre Anwesenheit und nörgeln sich selber in den Schlaf. Wichtig ist, daß Sie für das Baby da sind.

Manchmal hilft es, das Kind herumzutragen, vor allem wenn Sie es mit dem Bauch auf Ihren Unterarm legen oder es hin und her wiegen. Aber lassen Sie sich nicht entmutigen, denn bei vielen Kindern ist der Erfolg nur kurzzeitig oder stellt sich gar nicht ein. Wird das Kind zu schwer, können Sie es auch in einen federnden Hängekorb oder in den Kinderwagen legen und es in den Schlaf wiegen.

Kommt die Luft einfach nicht heraus, kann man mit dem Baby auch Fahrrad-Fahren. Das Baby wird auf einer Decke auf den Rücken gelegt und abwechselt wird ein Bein an das Baby sanft gedrückt und das andere ausgestreckt. Baby erhält dadurch eine Ablenkung und durch die Beinbewegung wird die Luft regelrecht "herausgepresst".

Hausmittelchen aus Oma´s Zeiten sind ebenfalls hilfreich:

Geben Sie zu jeder Flasche einen Teelöffel Milchzucker hinzu. Das hilft dem Baby die Blähungen loszuwerden und entspannt das Bäuchlein. Bei gestillten Kindern kann der Milchzucker auch in Tee aufgelöst werden.

In einem Topf werden ca. 10 Tropfen Rizinusöl erhitzt. Sodann damit ein Stückchen Stoff - am besten Flaneel oder reine Baumwolle - betreufeln und etwas abkühlen lassen. Dieser Stofflappen wird dem Baby links unter oder neben dem Bauchnabel in die Windel klemmen. Die Blähungen werden dadurch gelockert und der Darm entleert.

Tipps für gestillten Kindern?

Wenn Sie Ihr Kind stillen, achten Sie darauf, dass das Kind die Brustwarze ganz in den Mund nimmt und in der richtigen Stillposition (Bauch an Bauch) liegt.

Einige Lebensmittel können vermehrt Blähungen bei Ihrem Baby hervorrufen. Sie müssen selber herausfinden, auf welche Nahrungsmittel Ihr Kind mit Kolliken reagiert. Jedes Kind ist anders. Generell kann man jedoch sagen, daß Kohlsorten und Zwiebeln sowie Knoblauch Kolliken-fördernd sind.

Schreit Ihr Kind jedoch unaufhörlich, obwohl es gefüttert, trocken und gesund ist, ist es völlig in Ordnung wenn Sie es dem Vater oder einer Freundin überlassen oder wenn Sie es auch einmal schreien lassen. Sie müssen auch an sich selber denken und Ihre Nerven schonen. Dann sind sie wieder ruhiger und geduldiger mit Ihrem Kind.

Aber in jedem Fall gilt: Schütteln Sie Ihr Kind niemals, damit „es wieder zu sich kommt“ und zu schreien aufhört. Sie können schwere Gehirnblutungen verursachen. Es ist keine Schande, wenn man andere um kurzfristige Hilfe bittet. Denken Sie immer daran, es wird Ihrem Kind nicht helfen, wenn Sie auf Schreien gestresst reagieren.